{"id":1339,"date":"2021-11-05T08:35:14","date_gmt":"2021-11-05T08:35:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iuf.li\/?p=1339"},"modified":"2023-07-26T11:24:45","modified_gmt":"2023-07-26T11:24:45","slug":"ein-denken-in-generationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/publikationen\/ein-denken-in-generationen\/","title":{"rendered":"Ein Denken in Generationen"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Als Megatrends werden jene Entwicklungen bezeichnet, die das Wirtschafts- und Sozialgef\u00fcge langfristig und tiefgreifend umformen und das Verhalten eines jeden Einzelnen massgeblich ver\u00e4ndern. Nachhaltigkeit ist ein solcher Megatrend und Bestandteil einer F\u00fchrungsdisziplin, die langfristiges und unternehmerisches Denken in den Mittelpunkt stellt. Welche Rolle der liechtensteinische Treuhandsektor dabei spielt, erfahren Sie in diesem Beitrag.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Begriff Nachhaltigkeit entstammt der Haltung, in einem l\u00e4ngerfristigen Zeithorizont zu denken und entsprechend vorausschauend zu handeln. Gepr\u00e4gt wurde der Begriff im 18. Jahrhundert von Hans Carl von Carlowitz. Dessen Familie geh\u00f6rte dem s\u00e4chsischen Uradel an und war \u00fcber mehrere Generationen hinweg mit der Forstverwaltung im s\u00e4chsischen Erzgebirge betraut. Von Carlowitz setzte sich im Besonderen f\u00fcr eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ein, da der anhaltend hohe Bedarf an Holz im Bergbau die Sorge um diesen wichtigen Rohstoff und Wirtschaftsfaktor wachsen liess. Mit der Sylvicultura oeconomica verfasste er einen grundlegenden Ordnungsrahmen f\u00fcr eine ressourcenschonende und langfristig ausgerichtete Waldbewirtschaftung, mit der die nat\u00fcrliche Regenerationsf\u00e4higkeit des Waldes gesichert werden sollte. Und zwar derart, dass diese Ressource auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen erhalten bleibt. Damit legte von Carlowitz den Grundstein f\u00fcr ein generationen\u00fcbergreifendes Denken und Handeln in der Forstwirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute hat sich aus dem Begriff Nachhaltigkeit ein umfassendes Leitbild f\u00fcr Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt entwickelt, das insbesondere Unternehmen dazu anh\u00e4lt, den Unternehmenszweck derart auszu\u00fcben, dass daraus keine Belastung f\u00fcr Umwelt, Wirtschaft oder Gesellschaft entsteht. Es geht nicht darum \u2013 wie vielfach behauptet wird \u2013 den maximalen Gewinn zu erzielen. Vielmehr geht es darum, das unternehmerische Verm\u00f6gen langfristig zu erhalten, es bestm\u00f6glich zu investieren, ohne dabei eine sch\u00e4dliche Wirkung f\u00fcr Umwelt oder Gesellschaft zu erzeugen, allf\u00e4llige Verlustrisiken an eingesetzten Produktionsfaktoren so gering wie m\u00f6glich zu halten und durch Gewinne die Entwicklung von Unternehmen zu f\u00f6rdern sowie auch das Risiko f\u00fcr das eingesetzte Kapital zu belohnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jene Unternehmen gewinnen, die ihren Produkte- Mix und ihr Dienstleistungsangebot an \u00fcberpr\u00fcfbaren Nachhaltigkeitskriterien ausrichten. Gleichzeitig sind Unternehmen dazu verpflichtet, Sorge zu tragen, dass Unternehmensressourcen wie Mitarbeitende, Lieferanten, Rohstoffe, Energie etc. in verantwortungsvoller und gesellschaftlich tragbarer Weise eingesetzt und besoldet werden. Das oberste Ziel von Nachhaltigkeit ist die langfristige Optimierung eines Unternehmens, aus der alle Beteiligten gleichsam einen Nutzen und Wert ziehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachhaltigkeit geh\u00f6rt zur F\u00fchrungsdisziplin: Die strategische Unternehmensausrichtung beinhaltet eine generationen\u00fcbergreifende Komponente. Unternehmensentscheidungen sind derart zu treffen, dass sie in einem langfristigen Gleichgewicht von wirtschaftlicher Leistungsf\u00e4higkeit, gesellschaftlicher Erfordernisse und \u00f6kologischer Notwendigkeit stehen. Lieferketten eines Unternehmens werden auf ihre langfristige Tragbarkeit \u00fcberpr\u00fcft und neu fliesst diese \u00dcberpr\u00fcfung auch in die Berichterstattung ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Nachhaltigkeitsanspruch stellt unternehmerisches Denken in den Mittelpunkt und bezieht den Anspruch zuk\u00fcnftiger Generationen mit ein. Diesem Prinzip folgt die heimische Treuhandbranche. Die T\u00e4tigkeit eines liechtensteinischen Treuh\u00e4nders spielt sich in vier Bereichen ab: erstens die zukunftsgerichtete Verm\u00f6gensstrukturierung \u00fcber Rechtstr\u00e4ger, zweitens die generationen\u00fcbergreifende Verm\u00f6gensbetreuung, drittens die langfristig tragf\u00e4hige Verm\u00f6gensveranlagung und viertens der zweckkonforme Mitteleinsatz, der sehr langfristig ausgerichtet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelpunkt der treuh\u00e4nderischen Betrachtung steht der Zweck, der mit einem Verm\u00f6gen erf\u00fcllt werden muss und der dem Anspruch kommender Generationen (etwa einer Familie und eines Unternehmens oder deren weiteren Zwecke) gerecht werden muss. Die Stiftung ist dabei das geeignete Rechtsinstrument, mit dem sich nachhaltige Intentionen effektiv umsetzen lassen und das den Ausgleich zwischen \u00f6kologischer, \u00f6konomischer und gesellschaftlicher Nachhaltigkeit schafft. Stiftungen sind vielfach generationen\u00fcbergreifend aufgesetzt. Genau diese Langfristigkeit setzt Nachhaltigkeit voraus und bedingt ein Denken in Generationen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Begriff Nachhaltigkeit entstammt der Haltung, in einem l\u00e4ngerfristigen Zeithorizont zu denken, entsprechend vorausschauend zu handeln und dabei auch die Bed\u00fcrfnisse k\u00fcnftiger Generationen zu ber\u00fccksichtigen. Gepr\u00e4gt wurde der Begriff von Hans Carl von Carlowitz, der mit seinem Werk\u00a0Sylvicultura oeconomica\u00a0den Grundstein f\u00fcr ein generationen\u00fcbergreifendes Denken und Handeln in der Forstwirtschaft legte. Heute ist Nachhaltigkeit Bestandteil einer F\u00fchrungsdisziplin, die langfristiges und unternehmerisches Denken in den Mittelpunkt stellt. Welche Rolle der liechtensteinische Treuhandsektor dabei spielt, erfahren Sie in diesem Beitrag.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","footnotes":""},"categories":[19,22,21],"tags":[],"class_list":["post-1339","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-finanzplatz-liechtenstein-c","category-industrie-und-finanzkontor-c","category-wealth-preservation"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1339"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1339\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}