{"id":3477,"date":"2024-11-01T00:01:00","date_gmt":"2024-11-01T00:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iuf.li\/?p=3477"},"modified":"2024-10-30T16:00:31","modified_gmt":"2024-10-30T16:00:31","slug":"europa-in-der-technokratiefalle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/publikationen\/europa-in-der-technokratiefalle\/","title":{"rendered":"Europa in der Technokratiefalle"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Europ\u00e4ische Union, wie sie sich heute zeigt, ist nicht mit jenem Europa vergleichbar, das die Gr\u00fcnderv\u00e4ter einst anstrebten: ein Staatenbund freier Mitgliedsl\u00e4nder, die von Deregulierung und einer freien Marktwirtschaft in einem gemeinsamen Binnenmarkt profitieren und in eine Gemeinschaft integriert werden sollten. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen haben sich der Staatenbund und deren Mitglieder in Richtung technokratischer Gebilde entwickelt, die von einem Gewirr an widerspr\u00fcchlichen Gesetzen, b\u00fcrokratischen Vorgaben und praxisferner Regulierung gekennzeichnet sind. Dies findet auf nationaler und auf EU-Ebene statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig verdeutlichen Meinungsumfragen unter europ\u00e4ischen Wirtschaftstreibenden, dass B\u00fcrokratie und Regulierung \u2013 die in den vergangenen zwei Jahrzehnten signifikant ausgeweitet wurden \u2013 die gr\u00f6ssten Hemmnisse f\u00fcr Unternehmertum, Wettbewerb und Innovation darstellen. Nichtsdestotrotz sehen dies politische und administrative Eliten vieler L\u00e4nder und auch jene Teile der Wirtschaft, die von diesem System leben, nicht ein. Stattdessen wird die technokratische Ausrichtung mit Schlagworten wie etwa \u00abf\u00fcr mehr Sicherheit\u00bb oder \u00abf\u00fcr eine gerechtere Zukunft\u00bb als gewinnbringend f\u00fcr alle argumentiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color wp-elements-3c4358fbfdcc38ae3ef86daaf8f29365\"><strong>Jedes System \u00fcberlebt sich selbst.<br>Dies wird auch bei der Technokratie der Fall sein.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Praktikabilit\u00e4t von Entscheidungen und die Faktoren, die es f\u00fcr eine innovative Wirtschaft und Gesellschaft braucht, werden ignoriert. Entscheide werden auf supranationaler Ebene zumeist in einem von der Praxis abgeschirmten Umfeld und auf Basis von Statistiken, Hochrechnungen und Prognosen argumentiert und ideologisch gef\u00e4llt \u2013 weit weg vom handelnden Unternehmer und B\u00fcrger.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Grossteil der Bev\u00f6lkerung toleriert die technokratischen Ans\u00e4tze im Glauben, dass daraus eine stabilere und mitunter auch gerechtere, inklusivere oder nachhaltigere Gesellschaft entstehen kann. Henryk M. Broder, Publizist und Buchautor, bringt es in einem Beitrag f\u00fcr das deutschsprachige Magazin <a href=\"https:\/\/www.derpragmaticus.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em><strong>Der Pragmaticus<\/strong><\/em><\/a> auf den Punkt, wenn er sagt, dass der Zugewinn an Freiheiten im Privaten \u2013 beispielsweise indem vermehrt Anspr\u00fcche von Minderheiten politisch bestimmend sind \u2013 einhergehe mit einem R\u00fcckbau b\u00fcrgerlicher Freiheiten im \u00f6ffentlichen Raum. Was dabei auf der Strecke bleibt, sind Eigenverantwortung und die pers\u00f6nliche und unternehmerische Gestaltungsfreiheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Europa ist nicht \u00fcber Nacht in die Technokratie gerutscht. Politische Ereignisse, gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen und Finanz- und Wirtschaftskrisen boten immer wieder Anlass f\u00fcr Parlamente, Regierungen und Beh\u00f6rden, ein engmaschiges Regelwerk zu errichten. Kein Wunder, dass das Vertrauen der B\u00fcrger in die Politik traditioneller Parteien abnimmt. Doch jedes System \u00fcberlebt sich selbst, je mehr es den Interessen von B\u00fcrgern und Unternehmern zuwiderl\u00e4uft. Dies wird auch bei der Technokratie der Fall sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Michael von und zu Liechtenstein . Gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Verwaltungsratspr\u00e4sident<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Union, wie sie sich heute zeigt, ist nicht mit jenem Europa vergleichbar, das die Gr\u00fcnderv\u00e4ter einst anstrebten: ein Staatenbund freier Mitgliedsl\u00e4nder, die von Deregulierung und einer freien Marktwirtschaft in einem gemeinsamen Binnenmarkt profitieren und in eine Gemeinschaft integriert werden sollten. Stattdessen haben sich der Staatenbund und deren Mitglieder in Richtung technokratischer Gebilde entwickelt,\u2026<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"Europa in der Technokratiefalle","_seopress_titles_desc":"Kommentar von S.D. 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