{"id":3817,"date":"2025-10-10T12:26:40","date_gmt":"2025-10-10T12:26:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iuf.li\/?p=3817"},"modified":"2025-10-10T12:46:30","modified_gmt":"2025-10-10T12:46:30","slug":"liechtenstein-im-sog-der-handelspolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/publikationen\/liechtenstein-im-sog-der-handelspolitik\/","title":{"rendered":"Liechtenstein im Sog der Handelspolitik"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Handelspolitisch durchlief Europa bereits eine Reihe von Ver\u00e4nderungen. War zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Haltung vieler europ\u00e4ischer Staaten noch stark vom Merkantilismus gepr\u00e4gt, f\u00f6rderte die industrielle Revolution das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Freihandel. Wirtschaftliche Schwierigkeiten in der ersten H\u00e4lfte des Zwanzigsten Jahrhunderts befeuerten erneut den Protektionismus, der die damalige Wirtschaftskrise zus\u00e4tzlich versch\u00e4rfte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Gastkommentar von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.iuf.li\/de\/industrie-und-finanzkontor\/team\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein<\/a>, erschienen im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wirtschaftregional.li\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wirtschaft Regional<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich das Verst\u00e4ndnis durch, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Staaten und globale Prosperit\u00e4t gest\u00e4rkt werden mussten. Damals sprachen sich die USA f\u00fcr offene M\u00e4rkte, freien Handel und eine liberale Wirtschaftsordnung aus. Das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT) legte den Grundstein. Europa verschrieb sich einer liberalen Wirtschaftspolitik und Deregulierung. Die Idee eines europ\u00e4ischen Binnenmarktes nahm immer st\u00e4rkere Form an.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Anbruch des neuen Millenniums kehrte der Protektionismus zur\u00fcck. Europa versuchte, sich durch Regulierung zu sch\u00fctzen. China subventionierte chinesische Unternehmen und hemmte ausl\u00e4ndische Investitionen. Die USA konterten mit Z\u00f6llen. Der Vorwand in Europa war \u00abKonsumentenschutz\u00bb, in den USA \u00abArbeitspl\u00e4tze\u00bb.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Trumps \u00abBefreiungsschlag\u00bb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der ersten Amtszeit begann Pr\u00e4sident Trump seine \u00abAmerica-First\u00bb-Politik, nachdem Europa davor ein Freihandelsabkommen mit den USA ablehnte. Europas \u00dcberregulierung spielte eine zentrale Rolle. Zu Beginn der zweiten Amtszeit machte Pr\u00e4sident Trump klar, was er aus Amerika machen will: einen bedeutsamen Industriestandort mit einer Vielzahl an Arbeitspl\u00e4tzen und einen Staat mit ausgeglichener Handelsbilanz. Er setze den Zollhebel in Bewegung. Die Schweiz wurde besonders hart getroffen und erhielt 39 Prozent. Das Warum ist nicht ganz nachvollziehbar. Die Meinung, der Goldhandel und die \u00dcbersch\u00fcsse der pharmazeutischen Industrie seien die Hauptursache f\u00fcr den hohen Zolltarif, ist nicht zutreffend. Z\u00f6lle f\u00fcr Pharmazie werden speziell geregelt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>\u00abF\u00fcr Liechtenstein sind Innovation, <\/strong><br><strong>Produktivit\u00e4t und Qualit\u00e4t zentrale Erfolgsfaktoren.\u00bb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Franken ist seit jeher eine interessante W\u00e4hrung f\u00fcr Investoren. Seine stetige Aufwertung aber ist problematisch f\u00fcr die Schweizer Exportindustrie. Daher ergreift die Schweizerische Nationalbank (SNB) Massnahmen, um den Kurs zu stabilisieren. Die USA sahen darin bislang W\u00e4hrungsmanipulation und kritisierten, Exporte w\u00fcrden \u00abbilliger\u00bb. Dabei ignorieren sie, dass die SNB-Massnahmen weniger eine handelspolitische, denn eine Reaktion auf den internationalen Druck sind. Zugleich sorgte ein weiteres Ereignis f\u00fcr Unmut in der US-Regierung: Zahlreiche Investoren begannen infolge der neuen Labour-Regierung in Grossbritannien ihr Gold von London nach New York zu verlagern. Da New York mit einem anderen Gewicht handelt, muss das Gold erst eingeschmolzen werden \u2013 in der Schweiz, wo sich vier der weltweit f\u00fchrenden Goldraffinerien befinden. Die Schweiz muss das Gold importieren, einschmelzen, dem US-Gewicht entsprechend wiederherstellen und es dann in die USA liefern. Die US-Regierung taxiert dies als \u00fcberh\u00f6hten Export, die Schweiz erhielt den \u00fcberh\u00f6hten Zolltarif. Liechtenstein hat 15 Prozent analog zur EU. Liechtensteins Wirtschaft ist eng mit jener der Schweiz vernetzt, weshalb der Schweizer Tarif sich zus\u00e4tzlich auf uns auswirkt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die handelspolitisch st\u00fcrmischen Zeiten werden wohl andauern. Die Sanktionsthematik Russland versch\u00e4rft das Ganze. In einem solchen handelspolitischen Umfeld kann sich eine kleine Exportnation behaupten durch Innovationskraft, Qualit\u00e4tsf\u00fchrerschaft und Produktivit\u00e4tssteigerung. Strategische Partnerschaften, agile Aussenwirtschaftspolitik und Investition in Zukunftstechnologien st\u00e4rken die Wettbewerbsf\u00e4higkeit zus\u00e4tzlich. In diesen Zeiten gilt es, flexibel, fokussiert und furchtlos zu agieren, denn die Vergangenheit beweist: Handelspolitik unterliegt einem steten Wandel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Handelspolitisch durchlief Europa bereits eine Reihe von Ver\u00e4nderungen. War zu Beginn des 19. 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