{"id":3891,"date":"2026-02-25T15:14:46","date_gmt":"2026-02-25T15:14:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iuf.li\/?p=3891"},"modified":"2026-02-26T09:20:37","modified_gmt":"2026-02-26T09:20:37","slug":"achtzehnter-vernon-smith-prize-verliehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/publikationen\/achtzehnter-vernon-smith-prize-verliehen\/","title":{"rendered":"Achtzehnter Vernon Smith Prize verliehen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center has-cyan-bluish-gray-background-color has-background\"><strong>Der in Vaduz ans\u00e4ssige, liberale Think Tank European Center of Austrian Economics Foundation (<a href=\"https:\/\/ecaef.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ECAEF<\/a>) hat den achtzehnten Vernon Smith Prize verliehen. Er geht nach Deutschland, Nigeria, Peru und Spanien.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die vier Gewinner <\/strong>sind f\u00fcr die feierliche Auszeichnung am 23. Februar 2026 nach Vaduz gereist und haben ihre Essays einem Publikum aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vorgestellt. Sie <strong>haben sich mit<\/strong> <strong>der folgenden Fragestellung befasst:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>\u00abWerden die Armen \u00e4rmer, weil die Reichen reicher werden?\u00bb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder ziehen unterschiedliche Gruppierungen f\u00fcr ihre Zwecke Studien und Berichte heran, die auf alarmierende Art und Weise Zahlen und vermeintliche Fakten pr\u00e4sentieren, um das <strong>Arm-Reich-Narrativ<\/strong> zu untermauern. <a href=\"https:\/\/www.oxfam.de\/publikationen\/bericht-soziale-ungleichheit-2026#downloads\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Oxfams j\u00e4hrlicher Bericht<\/strong><\/a> \u00fcber soziale Ungleichheit ist ein solches Beispiel. Er suggeriert, dass die Reichen auf Kosten der Armen reicher werden beziehungsweise die Armen deshalb arm sind, weil die Reichen reicher werden. <strong>Die Fehl\u00fcberlegung liegt darin, dass der Gewinn des einen zwingend den Verlust eines anderen nach sich ziehen muss.<\/strong> Also ein Nullsummenspiel, das voraussetzt, dass der zu verteilende wirtschaftliche Kuchen immer gleich gross bleibt oder schrumpft. <strong>In dieser Vorstellung stehen sich Gewinner und Verlierer gegen\u00fcber und der Kapitalismus wird zum S\u00fcndenbock gemacht.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.michaelesfeld.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Michael Esfeld<\/a>, Professor der Philosophie der Universit\u00e4t Lausanne, moderierte die Preisverleihung und hielt gleich zu Beginn fest,<\/strong> dass es ein Leichtes sei, den Kapitalismus f\u00fcr diese Entwicklung verantwortlich zu machen, dies aber grundlegend falsch sei. Der Kapitalismus sei nicht die Ursache f\u00fcr Ungleichheit. Er mache zwar einige Reiche reicher, aber nicht die Armen \u00e4rmer. Vielmehr verbessere der Kapitalismus die Lebensbedingungen der Armen, weil er die Produktivit\u00e4t steigere, so Esfeld. Im Kapitalismus gehe es nicht um Umverteilung eines gegebenen Ganzen, sondern darum, Neues und Besseres zu schaffen, mit positiven Effekten auf die gesellschaftliche Wohlstandsentwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.iuf.li\/de\/industrie-und-finanzkontor\/team\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein<\/a>, Stiftungsratspr\u00e4sident des ECAEFs, erg\u00e4nzte diese Ausf\u00fchrungen und verwies darauf,<\/strong> dass es gerade der freien Marktwirtschaft zuzusprechen sei, dass der Anteil von Menschen in extremer Armut weltweit massiv zur\u00fcckgegangen und der allgemeine Lebensstandard sich in einem historisch einmaligen Ausmass verbessert habe. Deshalb sei auch der stetige Ruf nach Umverteilung kritisch zu hinterfragen und Diskussionen dazu sollten sachlicher gef\u00fchrt werden. Mit dem j\u00e4hrlich stattfindenden Vernon Smith Prize Essaywettbewerb biete das ECAEF diese M\u00f6glichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Gewinner des achtzehnten Vernon Smith Prize<\/strong> wurden <strong>von <a href=\"https:\/\/ecaef.org\/h-s-h-prince-philipp-von-und-zu-liechtenstein\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">S.D. Prinz Philipp von und zu Liechtenstein<\/a> ausgezeichnet<\/strong> und geehrt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Andres Ruiz Benito <\/strong>(Spanien) sicherte sich<strong> den ersten Platz <\/strong>mit einem Preisgeld von EUR 4\u2019000<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/de.linkedin.com\/in\/vincent-czyrnik-8b13a9262\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Vincent Czyrnik<\/a><\/strong> (Deutschland) \u00fcberzeugte mit seinem Essay f\u00fcr <strong>den zweiten Platz<\/strong> mit einem Preisgeld von EUR 3\u2019000<\/li>\n\n\n\n<li><strong><a href=\"https:\/\/pe.linkedin.com\/in\/valeria-rios-sanchez-307102150\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Valeria Lucia Rios S\u00e1nchez<\/a> <\/strong>(Peru) und <strong>Abdul-Wasiu Abdul-Ganiyy Olanrewaju <\/strong>(Nigeria) qualifizierten sich <strong>beide f\u00fcr den dritten Platz ex-aequo <\/strong>mit je einem Preisgeld von EUR 2\u2019000<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Der Erstplatzierte Andres Ruiz Benito nutzte das Rentensystem und den Wohnungsmarkt seines Heimatlandes als Beispiel, um die Folgen staatlicher Umverteilung und Regulierung aufzuzeigen und die Fragestellung zu er\u00f6rtern. <\/strong>Er stellte die entrichteten Steuern und Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge den gesch\u00e4tzten \u00f6ffentlichen Leistungen pro Altersgruppe gegen\u00fcber. Dann zeigte er auf, dass \u00e4ltere B\u00fcrger die gr\u00f6ssten Nettoempf\u00e4nger des Staates sind. Gleichzeitig veranschaulichte er, wie das Verm\u00f6gen mit zunehmendem Alter stark ansteigt, insbesondere durch Immobilienbesitz. Er schlussfolgerte, dass die j\u00fcngeren B\u00fcrger im erwerbsf\u00e4higen Alter mit ihren Abgaben an den Staat die relativ verm\u00f6genderen Rentner finanzieren w\u00fcrden. Gleichzeitig fliesse, aufgrund einer politisch bedingten Wohnungsknappheit, zus\u00e4tzlich Verm\u00f6gen von den j\u00fcngeren Mietern an die \u00e4lteren Eigent\u00fcmer. Abschlie\u00dfend erkl\u00e4rte er, warum staatliche Umverteilungsprogramme nicht nur ungerecht, sondern angesichts der Dynamik alternder Demokratien auch schwer zu reformieren sind. Er schloss mit den Worten: \u00abIch vermute, dass die meisten Bef\u00fcrworter des freien Marktes die dem Vernon Smith Prize zugrunde liegende Frage schnell als schlichtweg falsch abgetan h\u00e4tten. Der Vernon Smith Prize bot jedoch die Gelegenheit, auch die Bedeutung hervorzuheben, solche Fragen aus einer anderen Perspektive zu analysieren.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Zweitplatzierte Vincent Czyrnik st\u00fctzte sich in seinem Essay auf den bekannten Silvestersketch \u00abDinner for One\u00bb, um zu untersuchen, warum die weitverbreiteten Annahmen \u00fcber gesellschaftliche Ungerechtigkeiten hartn\u00e4ckig vertreten werden, obschon sich der Anstieg der Lebensstandards sowohl von Reichen als auch von Armen \u00fcber die vergangenen Jahrzehnte belegen l\u00e4sst.<\/strong> Indem er die Lebensbedingungen der Sketch-Protagonisten um 1920 mit denen ihrer Nachkommen verglich, zeigte er auf, dass das Realeinkommen \u00fcber die gesamte Einkommensverteilung gestiegen ist, die Ungleichheit jedoch nur moderat zugenommen hat. Warum dieser Fortschritt regelm\u00e4ssig \u00fcbersehen wird, erkl\u00e4rte er mit Hayeks Unterscheidung zwischen dem Mikrokosmos der Moral in kleinen Gruppen und dem Makrokosmos der erweiterten Ordnung.Er f\u00fchrte aus: \u00abDie Fragestellung war reizvoll. Schon im Jugendalter habe ich mich mit der Gerechtigkeitsfrage und der Kluft zwischen Arm und Reich befasst. Anfangs setzt man sich Umverteilungsideen auseinander, sp\u00e4ter st\u00f6sst man auf andere Perspektiven und beginnt dann, allgemein bekannte Positionen kritisch zu hinterfragen.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Drittplatzierte (Co-Platzierung) Abdul-Wasiu Abdul-Ganiyy Olanrewaju argumentierte in seinem Essay, dass Armut dort zunimmt, wo politische Privilegien, Rent-Seeking und Korruption Produktivit\u00e4t untergr\u00e4bt. <\/strong>Dabei hielt er fest: \u00abDie eigentliche Kluft besteht nicht zwischen Arm und Reich, sondern zwischen Gesellschaften, die Wohlstand zulassen und f\u00f6rdern und Gesellschaften, die Wohlstand unterdr\u00fccken. Der Vernon Smith Prize erm\u00f6glichte mir, diese Frage gr\u00fcndlich zu recherchieren und meine eigene, auf Fakten basierende Perspektive in eine Debatte einzubringen, die allzu oft emotional denn analytisch gef\u00fchrt wird.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Drittplatzierte (Co-Platzierung) Valeria Lucia Rios S\u00e1nchez widerlegte in ihrem Essay den Irrtum, dass die Reichen auf Kosten der Armen immer reicher werden, mit Beitr\u00e4gen von Hayek, Kirzner und Mises. <\/strong>Sie zeigte auf, dass Reichtum in freien M\u00e4rkten kein Nullsummenspiel ist, sondern ansteigt, und wies die Vorstellung zur\u00fcck, dass der reiche Unternehmer durch die Ausbeutung der Armen reich wird. Sie fasste zusammen: \u00abEin Land kann prosperieren, wenn es auf Rechtsstaatlichkeit basiert. Institutionen und ein starkes Rahmenwerk aus Eigentumsrechten, Rechtssicherheit und wirtschaftlicher Freiheit sind wichtig, damit Einzelpersonen, sich koordinieren, investieren, innovativ sein und letztendlich nachhaltiges Wachstum generieren k\u00f6nnen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema des Vernon Smith Prize hat mich in meiner \u00dcberzeugung best\u00e4rkt, dass Wohlstand kein Zufallsprodukt ist, sondern von soliden institutionellen Grundlagen abh\u00e4ngt.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<p>Der ECAEF-Stiftungsrat gratuliert den Preistr\u00e4gern herzlich und richtet seinen Dank auch an alle Teilnehmenden, die ihre Essays eingereicht haben. Weitere Informationen zum Vernon Smith Prize sind <strong><a href=\"https:\/\/ecaef.org\/vernon-smith-prize-essay-competition\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a> <\/strong>abrufbar.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.iuf.li\/de\/industrie-und-finanzkontor\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Industrie- und Finanzkontor<\/strong><\/a>\u00a0unterst\u00fctzt als Sponsor den Vernon Smith Prize und schliesst sich den Gratulationen an.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Foto @ Silvia Abderhalden c\/o <a href=\"https:\/\/www.exclusiv.li\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Magazin exclusiv<\/a><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bildlegende (v.l.n.r.):<\/strong>\u00a0S.D. Prinz Philipp von und zu Liechtenstein (ECAEF-Stiftungsrat), Andres Ruiz Benito (Gewinner 1. Platz), Valeria L. Rios Sanchez (Gewinnerin 3. Platz Co-Platzierung), Prof. Michael Esfeld (Referent), S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein (ECAEF-Pr\u00e4sident), Vincent Czyrnik (Gewinner 2. Platz) \u00a6 Abdul-Wasiu Abdul-Ganiyy Olanrewaju (Gewinner 3. Platz Co-Platzierung) fehlt auf dem Foto<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der in Vaduz ans\u00e4ssige, liberale Think Tank European Center of Austrian Economics Foundation (ECAEF) hat den achtzehnten Vernon Smith Prize verliehen. Er geht nach Deutschland, Nigeria, Peru und Spanien. Die vier Gewinner sind f\u00fcr die feierliche Auszeichnung am 23. Februar 2026 nach Vaduz gereist und haben ihre Essays einem Publikum aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik\u2026<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"Die Gewinner des achtzehnten Vernon Smith Prize","_seopress_titles_desc":"Andres Ruiz Benito (1. 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