{"id":3940,"date":"2026-05-15T08:00:00","date_gmt":"2026-05-15T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.iuf.li\/?p=3940"},"modified":"2026-05-20T09:45:16","modified_gmt":"2026-05-20T09:45:16","slug":"wenn-uebereifer-zu-gefahr-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.iuf.li\/de\/publikationen\/wenn-uebereifer-zu-gefahr-wird\/","title":{"rendered":"Wenn \u00dcbereifer zu Gefahr wird"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Sie ist allgegenw\u00e4rtig, die Inflation. Konflikte wie jener zwischen den USA und dem Iran sind aber nicht der ausschlaggebende Grund daf\u00fcr, auch wenn dies in der Bev\u00f6lkerung so wahrgenommen wird<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Gastkommentar von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.iuf.li\/de\/industrie-und-finanzkontor\/team\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein<\/a>, erschienen im&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.wirtschaftregional.li\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wirtschaft Regional<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Vielmehr stecken langj\u00e4hrige Entwicklungen hinter der nun sichtbaren Teuerung von Investitionsg\u00fctern, Waren und Dienstleistungen. Dies sind aufgebl\u00e4hte Staatsapparate und steigende Staatsausgaben. In diesem Zusammenhang sind beispielsweise die von Zentralbanken gekauften Staatspapiere zu nennen. Das billige Geld, das die europ\u00e4ische Zentralbank EZB und die amerikanische FED in Umlauf brachten, erlaubte aufgebl\u00e4hte, kostspielige Staatsausgaben und f\u00fchrte zu Fehlallokationen von Kapital und menschlicher Leistung.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Theorie der klassischen Volkswirtschaftslehre entsteht Inflation dann, wenn die Nachfrage nach G\u00fctern und Waren deren Angebot \u00fcbersteigt. In der heutigen Realit\u00e4t entsteht Inflation jedoch vor allem deshalb, weil der Staat durch zu hohe Ausgaben eine \u00fcbersteigerte Geldpolitik provoziert. Aus populistischen Gr\u00fcnden versucht er ebenfalls, Schwankungen in der Konjunktur auszugleichen, was in der Folge weitere Ausgaben verursacht, die Selbstheilung der Wirtschaft verhindert und ineffiziente Strukturen k\u00fcnstlich am Leben erh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Regulierung als Erfolgsillusion<\/strong><br>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich bei der Gesetzgebung. Um zu zeigen, dass etwas getan wird, werden immer mehr Gesetze erschaffen, ein klassischer Ausdruck administrativen \u00dcbereifers. \u00dcber Regulierungen wird versucht, eine Illusion von Sicherheit zu erzeugen. In Wirklichkeit jedoch wird Stagnation erreicht. Diese Stagnation zeigte sich in Deutschland in der \u00c4ra Merkel und auch danach. Aber je mehr an Gesetzen herumgeschraubt wird, desto schwerer sind sie nachzuvollziehen. Dies f\u00fchrt zu mehr Staat, h\u00f6heren Kosten, einer Verschwendung von Steuergeldern, entzieht der Wirtschaft Kapital und Personal und schafft unproduktive Zusatzarbeit in der Wirtschaft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>\u00abEine langfristige und generationen\u00fcbergreifende Verm\u00f6gensplanung<br>setzt eine solide rechtliche Grundlage voraus.\u00bb<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Rechtssicherheit wird geschw\u00e4cht, weil Rechtsklarheit und Rechtskontinuit\u00e4t sich verschlechtern, zu viele Gesetze wirken kontraproduktiv. Die Gew\u00e4hrleistung von Rechtssicherheit ist eine wesentliche Grundvoraussetzung f\u00fcr einen Rechtsstaat. F\u00fcr einen Finanzplatz ist es bedeutsam, dass sein Standort mit Rechtssicherheit assoziiert wird. Liechtenstein versteht sich seit jeher als Rechtsstaat und wird als solcher wahrgenommen. Die liechtensteinische Gesetzgebung zeichnet sich durch eine hohe Rechtskontinuit\u00e4t aus, \u00c4nderungen werden sorgsam und mit Weitblick vollzogen. Auch versucht der liechtensteinische Gesetzgebergeber, Anforderungen, die von aussen an die Gesetzgebung herangetragen werden, stets mit einem gesunden Bewusstsein f\u00fcr die eigene Rechtstradition zu handhaben. F\u00fcr die liechtensteinische Wirtschaft ist dies wesentlich und insbesondere auch f\u00fcr das liechtensteinische Stiftungs- und Trustwesen, das heuer auf sein hundertj\u00e4hriges Bestehen blicken kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Augenmass als Erfolgsgarant<\/strong><br>Ein wesentlicher Faktor f\u00fcr den Erfolg des heimischen Gesellschaftsrechts war, dass stets nur wenige Anpassungen vorgenommen wurden. Stiftungen und Trusts sind Rechtsinstrumente f\u00fcr eine langfristige und generationen\u00fcbergreifende Verm\u00f6gensplanung, die eine solide rechtliche Grundlage voraussetzt. Familien und Unternehmer, die ihre Verm\u00f6genswerte \u00fcber Stiftungen und Trusts ordnen, m\u00fcssen darauf vertrauen k\u00f6nnen, dass die gegenw\u00e4rtige Gesetzgebung in ihrer grundlegenden Struktur auch in Zukunft bewahrt bleibt. Diesen Grundsatz gilt es weiter aufrechtzuerhalten. Denn wenn man heute ein Haus baut und danach \u00e4ndern sich die Vorschriften derart, dass sie immer wieder Umbauten erforderlich machen, l\u00e4sst sich dann ein langfristig stabiles Zuhause errichten?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ist allgegenw\u00e4rtig, die Inflation. Konflikte wie jener zwischen den USA und dem Iran sind aber nicht der ausschlaggebende Grund daf\u00fcr, auch wenn dies in der Bev\u00f6lkerung so wahrgenommen wird. Gastkommentar von&nbsp;S.D. 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